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1. April 2010
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Kontroverse im Spiegel: Anonymbewerbung sinnvoll?

BKontroverse im Spiegel: Anonymbewerbung sinnvoll?

Wie soll eine sinnvolle Bewerbung aussehen, in der man den Versuch der Voreingenommenheit und der Diskriminierung so weit wie möglichst ausschliessen kann? Geht das überhaupt? Im Nachrichtenmagazin Der Spiegel haben sich darüber zwei Experten in einer Pro und Konta-Diskussion geäuβert. Als Leser kann man wirklich nur zu dem Schluss kommen, weiter können die Meinungen nicht auseinanderliegen. Wie soll es da zu einer vernünftigen Lösung kommen?

Besonders interessant sind die Aussagen von Prof. Dr. Armin Trost, eine Koryphäe auf dem Gebiet des Personalwesens und völlig gegen eine anonyme Bewerbung. Doch nicht alle Gründe, die Armin Trost wortgewandt (a priori) ins Spiel bringt, sind ganz einleuchtend und einige stehen eher auf wackeligen Beinen. Von einem Fachmann wie ihm sollte man trotz guter Ansätze bessere Lösungsvorschläge erwarten können. Die wird er jedoch nicht liefern können, da es, wie er richtig bemerkt hat, keine allgemeingültige Lösung gibt. Trotzdem meint er zu wissen, dass man sich ein komplettes Bild über einen Bewerber nur dann machen kann, wenn auch das Erscheinungsbild mit einbezogen wird. Eine Farce wie ich meine. Was hat das Foto mit irgendeiner Kenntniss oder Fähigkeit zu tun, mit Ausnahme wie er bemerkt im Modellbereich. Selbst als Empfangschef in einem Hotel muss ein Mensch nicht ein perfektes Äuβeres (wie Herr Trost das auch immer definiert, vielleicht hat er sich ja da bei Heidi Klum etwas abgeschaut) vorweisen. Ein perfekter Mensch ist, wer nicht perfekt ist, ansonsten wäre er ein vom Menschen geschaffenes perfektes Wesen.

Richtig menschlich ist es auch direkt auf das Foto zu schauen und genau darin liegt ja auch das Problem. Kein Personalchef braucht ein Foto, um ein Urteil zu fällen, also warum der Aufwand? Als schwamming ist ferner das Wort “tendenziell” zu bewerten. Damit sind wir wieder im Bereich der im Endeffekt wenig aussagenden Statistiken angelangt. Woher will Herr Trost wissen, ob eine Person nicht auch mit 40, 50 oder gar 60 Jahren ihre kreativste Phase hat? Da kommt wahrscheinlich sofort wieder das Gegenargument des Durchschnitts. Doch welche Chancen lassen zuweilen Unternehmen an sich vorbeiziehen, die auf tendenziell junge “kreative” Mitarbeiter setzen, und von vornehinein die älteren angeblich weniger kreativen Bewerber ausschliessen.

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